| :::Studiobericht zum Album 2010 "Be Different Or Die" |
|
Wo fängt man an zu erzählen, wenn man gar nicht mehr genau weiß, wie es angefangen hat? Wem unter all den Leuten, die uns so sehr unterstützt haben, dankt man zuerst? Und sollte man zurück blicken, wenn die Zeit ohnehin nur vorwärts schreitet? Was sich hier anhört, wie der intellektuelle Erguss eines kastrierten und obendrein untalentierten Poeten, sind Fragen, die uns, dort wo wir heute stehen, schon sehr beschäftigen. Seit unserem letzten Album 2004 ist so verdammt viel Zeit vergangen. In dieser Zeit ist so verdammt viel passiert. Und wir haben so verdammt hart an unserem neuen Album gearbeitet, dass uns diese Zeit rückblickend wie ein Wimpernschlag vorkommt. Aber wie erklärt man unseren Fans und Freunden die lange Wartezeit? Hier ein Versuch: Direkt nach „The Dream I Live In“ (unserem letzten Album) wollten wir uns in die neue Songarbeit stürzen. Parallel dazu haben wir möglichst viele Konzerte auf Festivals und in Clubs gespielt – immer begleitet von unserer Live-Crew Guido Sehrbrock und Stefan „Custom“ Krey. Danke Jungs!!! Außerdem haben wir natürlich die Platte, so gut wir konnten, promotet. Nachdem wir das letzte Album geschrieben hatten, waren eine Zeit lang unsere Köpfe wie leer gefegt. Doch irgendwann begannen wir wieder, neue Songs zu schreiben, Demos aufzunehmen, Songs im Probenraum zu arrangieren und diese dann live bei unserem Publikum zu testen. Wir schrieben über 20 neue Songs und verwarfen viele davon wieder. All dies hat uns fast zwei Jahre echt harte Arbeit gekostet. Wir wollten das letzte Album in den Schatten stellen, uns weiter entwickeln, einfach einen Schritt voran gehen. Immer an unserer Seite bei der Arbeit im Probenraum: Alex Parche. Mit ihm hatten wir schon „The Dream I Live In“ aufgenommen. Er stand immer hinter uns, auch als Labels Rückzieher machten oder uns sonst wer an den Karren pisste. Er saß tage- und wochenlang mit uns im Probenraum und bimste mit uns die Songs durch. Und er knüpfte für uns Kontakte, an die wir sonst nie gekommen wären. Für uns stand außer Frage, dass das neue Album nur mit ihm entstehen würde. Ein paar Tage nach Weihnachten 2006, knapp vier Wochen bevor wir mit den neuen Studioaufnahmen beginnen wollten, erlitt Alex Parche einen schweren Schlaganfall, der darauf hin auch sehr präsent in der Presse war. Das war für uns vor allem als seine Freunde ein schwerer Schlag. Er lag darauf 101 Tag im künstlichen Koma. In dieser Zeit haben wir keinen einzigen Ton gespielt. Als er im März dann wieder zu sich kam, machte er anfangs große Fortschritte. Wir wollten auf ihn warten. Wir wollten ihm treu bleiben und ihm Ansporn geben, wieder gesund zu werden, weil wir seine Hilfe brauchten. Wir wollten ihm einfach nicht den Rücken zudrehen. Kurz darauf verließ unser Gitarrist Deutz die Band. Er wollte sich um sein Studium kümmern und hatte das Gefühl, dass es für uns nicht mehr voran ging. Nach fast einem halben Jahr intensiver Suche und diversen Castings hatten wir mit Breido einen mehr als würdigen Ersatz gefunden, der dann natürlich noch eingearbeitet werden musste. Ein Jahr später ging es Alex immer noch nicht besser. Wir hatten die Wartezeit genutzt, um weitere 15 Songs zu schreiben und eine Vorproduktion zu machen. Doch nach einem weiteren halben Jahr ging es mit Alex bergab. Physisch und psychisch. Er schien einfach nicht mehr wirklich zu wollen. Reha, Schnabeltassen, Windeln... der ganze Scheiß! Wir begriffen, dass es keinen Sinn machte, weiter zu warten. Natürlich nur als Band, nicht als seine Freunde. Wir sahen uns dann irgendwann nach anderen Managern und Produzenten um. Nichts schwerer als das! Wer ist der Richtige – menschlich und stilistisch. Wer steht wirklich auf Dich und hinter Dir? Und wer kann das Beste aus Dir rausholen? Heute sind wir der Meinung: nur Du selbst. Wir haben so viele „tolle“ Tipps bekommen: „Ihr müsst einzigartig sein. Tolle Songs, ne geile Live-Show und viel Fan- und Business-Support reichen da nicht. Versucht´s mal auf Deutsch. Versucht´s mal mit ner Sängerin.“ Wir waren und sind dankbar für alle Tipps, Empfehlungen und die Zeit, die sich einige Leute für uns genommen haben, aber heute ist uns klar, dass man als Band nicht nach links und rechts schauen sollte, sondern zuerst einmal das tun muss, was einem liegt, was einem „leicht“ von der Hand geht und was einem wirklich Spaß macht. Denn erst wenn man sein Bestes geben kann und von sich selber 100%ig überzeugt ist, kann man dies auch bei anderen erreichen. Egal ob bei Plattenfirmen, Managern, Agenturen oder beim Publikum. Am 12. März 2009 starb Alex Parche an einer Lungenentzündung. Wir alle wissen, dass es für ihn unter diesen Umständen das Beste war. Für uns innerhalb der Band war Alex Tod ein Zeichen, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Wir produzierten die (unserer Meinung nach) besten 20 Songs in Eigen-Regie im ArtEffect Tonstudio aus. Vielen Dank an Peter Schröder, der all das möglich gemacht hat. Über Monate hinweg nahmen wir die Drums, den Bass und die Gitarren nach und nach auf, programmierten Loops und Keyboards. An dieser Stelle vielen Dank an Stephan Neumeier, Vincent Jakobi, Julian Jung, Julian Wagner und Uli Auer, die uns in musikalischer und technischer Hinsicht ohne Ende unter die Arme gegriffen haben. Dank unseres Freundes Andy Hönsch, der in geduldiger und endloser Kleinarbeit ein Streicherquartett für den Song „Butterfly“ arrangierte, konnten wir sogar das Sunship String Quartett für uns gewinnen (Danke Radek, Ben, Axel und Jakob). Als letztes kamen dann meine Vocals und die Band-Chöre. Ich sang, wir verwarfen komplett fertige Versionen wieder, und ich sang auf´s Neue. An dieser Stelle muss eine Lady gelobt und gepriesen werden: unsere Gesangs-Coachin Renate Otta. In nächtelangen Sessions erarbeitete sie mit uns die neuen Songs und holte aus mir als Sänger das Beste heraus. Sie tat das alles für uns ohne Bedingungen und mit endloser Geduld. Danke Renate, Du bist einfach der Hammer! Als die Aufnahmen fertig waren, holten wir Dennis Koehne mit ins Boot. Auch Dennis ist einer der Menschen, die uns sehr supportet haben. Mit einer Engelsgeduld hat er alle unsere Songs gemischt und auch jede noch so pedantische „Verbesserung“ umgesetzt. Ohne ihn hätten wir niemals diesen fetten Album-Sound erreicht. Auch Uli Auer hat mit dem Mix von „Butterfly“ wahres Können und endlose Geduld bewiesen. Danke auch an Stefan Behrens, Dirk Schumacher, Claudia und Jessica, die uns echt amtliche Bandfotos abgeliefert haben. Vor allem Stefan wollen wir hier noch mal auf Knien dafür danken, dass er mit einer Engelsgeduld die Fotos in der Grafik nachbearbeitet und uns sogar beim Casting für den Videodreh unterstützt hat. Ohne unsere Video-Crew (allen voran Ully Fleischer und Stefan Engelbert) wäre auch nie ein so endgeiles Video zu unserer ersten Single entstanden. Fast genau sechs Jahre nach unserem letzten Album veröffentlichen wir nun unser neues Album. Welcher Albumtitel betitelt nun am besten das gesammelte Album-Material, das, was seit dem letzten Album passiert ist, und uns selbst als Band? Da gab es für uns nur einen wahren Titel: „Be Different Or Die“! Möge nun jeder für sich darüber nachdenken... ;o) Wir möchten uns bei all denjenigen entschuldigen, die wir vergessen oder nicht erwähnt haben. Ihr habt uns all die Jahre immer unterstützt. Dafür sind wir sehr dankbar. Allen voran danken wir aber EUCH dafür, dass Ihr so lange auf uns gewartet habt. Wir denken, das Warten hat sich gelohnt. ROCK ON!!!
|






SPECIALS



